Montagsmaler

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BiKult Kreativwerkstatt

Verein „Bildung und Kultur in Belm e.V.“

Farbe als Erlebnis

Unser „Atelier“ in der Alten Schule ist Farbenküche, Abenteuerspielplatz, Freiraum. Die Anwesenden halten Zwiesprache mit Farbe und Leinwand. Wenn sie ihr Frage- und Antwortspiel beendet haben, mag ein Betrachter es vielleicht noch lange fortsetzen wollen. Farben, Formen und Strukturen geben der Fantasie Raum für individuelle Entdeckungen und Assoziationen.

Mancher sammelt seine Inspirationen im Entstehungsprozess, mancher in der Natur oder im Alltagsleben. Farben werden angerührt und zu einer unzähligen Anzahl von Farbtönen gemischt. Das ist sinnliches Tun. Rühren, Mixen, Mengen. Die Konsistenz der Farbe ist kompakt, cremig, körperlich oder durchscheinend. Es fühlt sich an und riecht. Der handwerkliche Umgang mit der Farbmasse, mit Spachtel und Pinsel, macht Geräusche. Es blubbert, klappert und kratzt.

Sand wird gesiebt und fixiert, Strukturpaste aufgetragen, Pigmente mit Acrylbinder vorbereitet. Nebenbei werden Farbenlehre, die Techniken der Acrylmalerei, Mischtechniken, Collagen, etc. besprochen.

Mit der Farbe fließen dann die Gedanken auf die Fläche, Schicht um Schicht, übermalt und wieder hervorgeholt, eingeritzt, abgeschabt, aufgesetzt. Es steckt immer etwas dahinter. Es kann immer etwas darüber liegen – Malen heißt leben – erleben, auf Entdeckungsreise gehen.

Ob formal interessant oder informell, die Motive erweitern den Vorstellungsraum. Manchmal locken sie über den faktischen Bildrand hinaus, manchmal konzentriert sich alles in der Mitte. Im Dialog mit Farbe und Fläche gilt die Aufmerksamkeit der Bildkomposition wie jedem einzelnen strukturellen Detail. Man ist auf der Suche nach der Bildgeschichte, horcht auf den Klang der Farben, folgt der Spur des Pinsels und interpretiert das Geschehen auf der Leinwand während des Malens mit beflügelter Fantasie.

Ob die Chilis hot and spicy sind, die Glasperlen mintfrisch, die Rinde moosig, die Teelichter rosig – nichts ist so banal, als dass man nichts darin sehen könnte. Die Metamorphose der alltäglichen Dinge flüstert uns ein, was sie sein könnten, sein möchten, sich wünschten zu sein. Ungewohnt und dennoch vertraut – zumeist ein berauschtes kleines Glück, wenn der Betrachter der Künstlerin, dem Künstler in ihre Bilder folgen mag. Und mag am Ende ist es gleich, ob es „Schwamm drüber“ oder „ Das blaue Wunder“ heißt, wenn nur die Seele berührt wird und ihr eigenes Bild empfängt.

Ute Kaul

Kreativwerkstatt Malerei

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